Wir alle wissen, dass Stress krank machen kann. Dabei ist nicht immer der ganze Körper betroffen, sondern teilweise nur einzelne Organe. Gerade Magen und Verdauungssystem sind anfällig und können Magenschmerzen verursachen.

Stress schlägt auf den Magen

Stress hat langfristig gesehen sehr negative Auswirkungen auf unseren Körper und kann dauerhaft krank machen. Doch auch kurzfristig lassen sich Beeinflussungen feststellen. Der Magen reagiert meist als erstes Organ, wenn der Mensch kurzfristig hohen Belastungen ausgesetzt ist. Die Auswirkungen sind aber verschieden, und während bei einem Menschen der Magen drückt und krampft, muss der andere dringend auf die Toilette, weil Durchfall droht.

Der Magen reagiert meist als erstes Organ, wenn der Mensch kurzfristig hohen Belastungen ausgesetzt ist.
Der Magen reagiert meist als erstes Organ, wenn der Mensch kurzfristig hohen Belastungen ausgesetzt ist. Photo by Asdrubal luna on Unsplash

Wieder anderen ist übel und sie fühlen sich, als wären sie ein plötzliches Opfer des Noro-Virus. Psychischer Druck wirkt immer auf die Verdauungsorgane, allerdings nicht bei allen Menschen in gleichem Maße. Zudem gibt es Menschen, die scheinbar gar nicht auf Stress reagieren, die mit den selbst gesuchten Herausforderungen gut umgehen können. Doch auch sie können früher oder später mit körperlichen Problemen rechnen.

Stress wirkt auf den Körper

Aber was passiert, wenn der Stress auf den Magen schlägt? Wichtigste Beteiligte sind hier die Hormone, die über das Zwischenhirn ausgelöst werden. Dieses meldet der Nebenniere, dass eine Stresssituation eingetreten ist, woraufhin Cortisol als sogenanntes Stresshormon freigesetzt wird. In der Folge beschleunigen sich Atmung und Herzschlag, die Muskulatur wird besser durchblutet. Diese Reaktion des Körpers ist seit Urzeiten gleich, als der Mensch in einer stressigen Situation kämpfen oder flüchten musste. Unvorstellbar, wenn er im Angesicht des Säbelzahntigers völlig ruhig geblieben wäre! Heute allerdings brauchen wir diese Reaktion eigentlich nicht mehr, wobei das Hauptproblem darin besteht, dass das Stresshormon zu lange im Blut bleibt. Wurde es früher durch Kampf oder Flucht abgebaut, betätigen wir uns heute bei Stress nicht körperlich. Das Hormon bleibt auf einem viel zu hohen Level und beeinflusst alle Körperfunktionen.

Die Reaktion des Körpers ist seit Urzeiten gleich, als der Mensch in einer stressigen Situation kämpfen oder flüchten musste.
Die Reaktion des Körpers ist seit Urzeiten gleich, als der Mensch in einer stressigen Situation kämpfen oder flüchten musste. Photo by Pixabay

Ebenfalls wichtig bei dieser Betrachtung: Der Körper zieht seine Energiereserven, die er bei Stress benötigt, aus dem Magen-Darm-Trakt, sodass Muskeln, Herz und Lunge alles bekommen, was sie momentan benötigen. Der Körper weiß, dass das Verdauen von Nahrung viel Energie kostet, die nun aber in der betreffenden Situation deutlich sinnvoller eingesetzt werden kann. In der Folge stellen die Verdauungsorgane ihre Funktion ein, Nahrung wird nicht mehr weitertransportiert. Darauf reagiert der Körper, indem er mit Bauchschmerzen oder Übelkeit anzeigt, dass etwas nicht stimmt. Im extremeren Fall kommt es zu Durchfall oder Erbrechen, damit die Nahrung aus dem Körper gelangt.

Vorbeugung von Magenschmerzen

Wichtig vorab: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich, und während der eine erst bei enormem Stress Beschwerden zeigt, ist ein anderer so empfindlich, dass schon Kleinigkeiten eine körperliche Reaktion herausfordern. Wer weiß, dass er unter einem stressempfindlichen Magen leidet, kann verschiedene Strategien zur Besserung versuchen:

  • kleine Mahlzeiten zu sich nehmen
  • häufiger zur Toilette gehen (unbedingt vor Verlassen des Hauses!)
  • insgesamt weniger essen
  • auf fettarme Ernährung achten
  • bei vorher bekannten Stresssituationen auf Ballaststoffe verzichten
  • vorbeugende Medikamente einnehmen

Medikamente kommen beispielsweise dann zum Einsatz, wenn der Betreffende unter Reiseübelkeit leidet und weiß, dass er in den folgenden Stunden unterwegs sein wird.
Möglich ist es überdies, bestimmte Situationen zu üben. Wer beispielsweise unter einer starken Prüfungsangst leidet, sollte ähnliche Gelegenheiten herausfordern und sich darüber regelrecht abhärten.

Die richtige Ernährung hat einen grossen Einfluss auf die Stressverarbeitung. Eine stoffwechseloptimierte Ernährung kann schon innerhalb kurzer Zeit «stärker bei Stress" machen.
Die richtige Ernährung hat einen grossen Einfluss auf die Stressverarbeitung. Eine stoffwechseloptimierte Ernährung kann schon innerhalb kurzer Zeit «stärker bei Stress“ machen. Photo by Pixabay

Außerdem können Sie Bauschmerzen durch Stress vorbeugen, wenn Sie regelmäßige Entspannungsübungen vornehmen. Fahren Sie Ihren Körper zwischendurch immer wieder herunter, üben Sie sich im Yoga oder Autogenen Training. Wenn dann eine Spitzensituation (stressbedingt) eintritt, hat Ihr Körper noch genügend Reserven und musste nicht bisher bereits auf Hochtouren laufen.

Auch Kinder reagieren

Unter Problemen mit dem Magen leiden schon Kinder, denn Stress, Aufregung und Sorgen schlagen sich bei ihnen nur allzu häufig in Bauchschmerzen nieder. Gründe dafür können Überforderungen sein, die beispielsweise in der Schule auftreten. Auch Mobbing durch Mitschüler oder Stress im privaten Umfeld löst die Beschwerden aus. Viele Kinder sind zu Hause überfordert, weil sie ein umfassendes Freizeitprogramm absolvieren müssen. Hier der Sportverein, dort die Musikschule, dann noch Zeichnen und Yoga als Kurse, nebenbei Schule und Hausaufgaben.

Viele Kinder sind zu Hause überfordert, weil sie ein umfassendes Freizeitprogramm absolvieren müssen.
Viele Kinder sind zu Hause überfordert, weil sie ein umfassendes Freizeitprogramm absolvieren müssen. Photo by Pixabay

Viel zu viel für ein Kind, das mit Bauchschmerzen um Hilfe ruft. Häufig treten bei den Kindern dann sogenannte Nabelkoliken auf. Das sind wiederkehrende Bauchschmerzen, die sich rund um den Bauchnabel zeigen und keine organische Ursache haben. Eltern sollten darauf achten, wann die Kleinen über Bauchschmerzen klagen und ob es sich hierbei um die immer gleiche Situation handelt.

Behandlung ist wichtig: Magenschmerzen gezielt begegnen

Der Arzt spricht von chronischen Magenschmerzen, wenn diese immer wiederkehren und das über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten. Die Behandlung ist allerdings schwierig, zugleich aber unbedingt nötig. Das Ziel ist es, den Betroffenen Linderung zu verschaffen und dafür zu sorgen, dass ihr Leben möglichst beschwerdearm, wenn nicht sogar beschwerdefrei wird. Zudem besteht immer die Gefahr, dass es im Körper zu weiteren Beschwerden kommt. Reagiert der Körper auf Stresssignale, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass schon bald zusätzliche Probleme auftreten. Möglich sind unter anderem Depressionen, die sich bei vielen Schmerzpatienten einstellen, wenn keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird.

Depressionen stellen sich bei vielen Schmerzpatienten ein, wenn keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird.
Magenschmerzen können auch Depressionen auslösen, wenn keine zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Photo by Pixabay

Es geht allerdings nicht darum, den Schmerz mit Tabletten zu bekämpfen. Wichtig ist zuerst die Ursachenforschung. Dafür wird der Arzt abklären, ob es sich um psychische oder physische Probleme handelt, wozu umfassende Untersuchungen nötig sind. Teilweise wird auch eine Magenspiegelung vorgenommen, um ein Geschwür auszuschließen. Medikamente helfen dann vorübergehend, die Schmerzen leichter erträglich zu machen. Auch Hausmittel wie die Wärmflasche können unterstützend eingesetzt werden, denn Wärme wirkt entkrampfend.

Im Rahmen einer Psychotherapie finden Patient und Arzt gemeinsam die Ursache für das Problem und es werden Strategien vermittelt, wie mit Stress besser umgegangen werden kann. Patienten sollten allerdings nicht zu viel erwarten, denn von heute auf morgen lässt sich ein derartiges Problem nicht vollends lösen. Eingefahrene Verhaltensweisen, die oftmals der Grund für das Problem sind, können nicht immer direkt gelöst werden, daher sollten Betroffene genügend Zeit und Geduld einplanen. Wichtig ist auch, die Familie einzuweihen und eventuelle Stresssituationen dort abzubauen. Vielleicht lässt sich die Möglichkeit finden, gemeinsam bewussten Entspannungsmethoden nachzugehen und somit Zeit mit der Familie und aktive Entspannung zu verbinden.

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